Führerschein Deutschland

Darf Man Als Substituierter Einen Führerschein Machen– Methadon, MPU Und Wiedererlangung Erklärt

Ob man als Substituierter einen Führerschein machen oder behalten darf, ist eine Einzelfallentscheidung. Die deutsche Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), speziell die Anlage 4, ist hierfür die gesetzliche Grundlage. Diese Verordnung listet Krankheiten und Mängel auf, welche die Fahreignung beeinträchtigen oder ausschließen können.

Die Einnahme von Betäubungsmitteln, wozu auch Substitutionsmittel wie Methadon zählen, führt zunächst zu Zweifeln an der Fahreignung. Die Fahrerlaubnisbehörde wird daher in der Regel die Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens (MPU) anordnen.

Es wird klar unterschieden zwischen Abstinenz (dem vollständigen Verzicht auf Drogen) und Substitution. Die Substitution ist eine ärztlich kontrollierte Therapie. Die Fahreignung kann bejaht werden, wenn der Betroffene nachweist, dass er das Medikament streng nach Vorschrift einnimmt, keine Ausfallerscheinungen hat und vor allem keinen Beigebrauch von illegalen Drogen oder Alkohol praktiziert.

Die folgende Tabelle zeigt die Grundvoraussetzungen, die Gutachter bei einer MPU im Zusammenhang mit Substitution prüfen.

VoraussetzungBeschreibung
Stabile SubstitutionDie Behandlung erfolgt seit mindestens einem Jahr stabil, ohne wesentliche Dosisänderungen.
Kein BeigebrauchNachweisbarer Verzicht auf alle nicht ärztlich verordneten Drogen und Alkohol (meist durch Urin- oder Haaranalysen).
Ärztliche ÜberwachungLückenlose Dokumentation durch den substituierenden Arzt, der die verantwortungsvolle Einnahme bestätigt.
Keine AusfallerscheinungenDer Patient zeigt keine relevanten kognitiven oder motorischen Beeinträchtigungen durch das Medikament.
KrankheitseinsichtDer Patient hat seine Suchterkrankung aufgearbeitet und zeigt eine stabile psychische Verfassung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Hürden sind hoch, aber der Weg ist nicht verschlossen. Eine stabile, gut dokumentierte Therapie ist der Schlüssel.

Darf Man Als Substituierter Einen Führerschein Machen

By führerscheindeutschland

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Key Takeaways

    • Fahreignung ist möglich: Eine Substitutionstherapie (z. B. Methadon, Subutex) führt nicht automatisch zum Verlust der Fahreignung. Es handelt sich immer um eine Einzelfallentscheidung.

    • MPU ist der Regelfall: Die Fahrerlaubnisbehörde wird bei Kenntnis einer Substitutionstherapie fast immer ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) anordnen, um die Fahreignung zu prüfen.

    • Stabilität ist der Schlüssel: Die wichtigste Voraussetzung für eine positive MPU ist eine stabile, ärztlich kontrollierte Substitutionstherapie (meist über mindestens 12 Monate).

    • Kein Beigebrauch: Jeglicher Konsum von Alkohol oder anderen (nicht verordneten) Drogen parallel zur Substitution ist ein absolutes K.O.-Kriterium. Lückenlose Abstinenznachweise sind Pflicht.

    • Keine legalen Umwege: Der “EU-Führerschein” oder das Warten auf Verjährung sind keine legalen oder sicheren Methoden, um die MPU zu umgehen. Der einzige Weg ist die erfolgreiche Absolvierung des Gutachtens.

    • Vorbereitung ist essenziell: Aufgrund der hohen Komplexität der psychologischen Fragestellung ist eine professionelle MPU-Vorbereitung für Substituierte dringend zu empfehlen.

Table of Contents

Kann Ich Meine Fahrerlaubnis Behalten Oder Wiedererlangen, Wenn Ich Methadon Oder Ein Anderes Substitutionsmittel Einnehme?

Ja, die Wiedererlangung oder der Behalt der Fahrerlaubnis ist unter Substitution möglich. Der entscheidende Faktor ist die Stabilität. Eine Person, die gerade erst mit einer Methadon-Behandlung begonnen hat, gilt in der Regel als nicht fahrtauglich. Die Einstellungsphase ist kritisch, da hier Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche am stärksten sind.

Laut den “Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung” wird oft eine stabile Substitutionsbehandlung von mindestens einem Jahr als Referenz gefordert, bevor eine positive MPU-Prognose möglich ist.

Die Verwaltungspraxis zeigt: Behörden und Gutachter schauen sich den Gesamtkontext an. Hat der Betroffene eine feste Tagesstruktur? Geht er einer Arbeit nach? Wie ist die soziale Integration? All dies sind Indikatoren für die psychische Stabilität, die für die Fahreignung essenziell ist. Ein realistisches Szenario ist Frau K., die seit drei Jahren stabil auf Subutex (Buprenorphin) eingestellt ist, Vollzeit arbeitet und regelmäßige Drogentests vorlegt. Ihre Chancen auf ein positives MPU-Gutachten sind deutlich höher als bei jemandem mit schwankender Therapietreue.

Das bedeutet: Die Fahrerlaubnis wird nicht trotz der Substitution erteilt, sondern weil die Substitution zu einem stabilen, drogenfreien und geordneten Leben geführt hat.

Darf Ich Autofahren Unter Opioidverordnung?

Hier muss man streng unterscheiden. Eine Substitutionsbehandlung (z. B. mit Methadon) ist eine Dauerbehandlung einer Suchterkrankung. Eine Opioidverordnung kann auch eine temporäre Schmerztherapie (z. B. mit Tilidin nach einer OP) sein.

Beim Führen eines Fahrzeugs unter Opioidverordnung gilt: Der Arzt muss den Patienten explizit über die Risiken und die mögliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit aufklären. Die Verantwortung liegt aber letztlich beim Fahrer. Fühlt man sich beeinträchtigt oder fährt man unsicher, macht man sich strafbar.

Bei einer Dauerbehandlung mit Opioiden (z. B. bei chronischen Schmerzen) gelten ähnliche Regeln wie bei der Substitution: Die Einnahme muss ärztlich indiziert, die Dosis stabil und der Patient an das Medikament gewöhnt sein. Auch hier kann die Behörde eine MPU anordnen, um die Fahreignung zu klären.

Die folgende Tabelle stellt die Verantwortlichkeiten gegenüber.

ParteiVerantwortung bei Opioidverordnung
Der ArztMuss über Risiken aufklären. Muss die Medikation und Dosierung sorgfältig prüfen. Muss die Einnahme dokumentieren.
Der Fahrer (Patient)Darf niemals fahren, wenn er sich beeinträchtigt fühlt. Muss die Einnahme strikt nach Vorschrift durchführen.
Die BehördeKann bei Bekanntwerden der Dauermedikation eine MPU anordnen, um die Fahreignung zu prüfen.

Im Kern geht es darum, dass das Medikament die Fahrsicherheit nicht beeinträchtigen darf. Bei starken Opioiden ist diese Beeinträchtigung jedoch oft gegeben.

Warum Muss Ich Eine MPU Wegen Einer Dauermedikation Mit Opioiden Machen?

Die Anordnung einer MPU (Medizinisch-Psychologisches Gutachten) ist keine Strafe. Sie ist das Standardverfahren der Fahrerlaubnisbehörde, wenn Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen. Die Einnahme von Opioiden – sei es als Substitutionsmittel oder als starkes Schmerzmittel – ist ein gesetzlich definierter Grund für solche Zweifel.

Die gesetzliche Grundlage findet sich primär in § 13 und § 14 FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung). Diese Paragrafen regeln die Klärung von Eignungszweifeln bei Alkohol- bzw. Drogenproblematik und Arzneimitteln.

Der Grund für die MPU ist die hohe Gefahr der Beeinträchtigung. Opioide wirken auf das zentrale Nervensystem. Sie können die Reaktionsfähigkeit, die Konzentration und die Wahrnehmung stark verändern. Die MPU soll klären:

  1. Liegt eine kontrollierte Einnahme vor?

  2. Besteht die Gefahr von Missbrauch oder Beigebrauch?

  3. Ist der Patient körperlich und geistig in der Lage, die durch das Medikament entstehenden Risiken zu kompensieren?

Der Arzt ist hierbei ein wichtiger Partner. Er muss bescheinigen, dass die Medikation medizinisch notwendig ist und stabil geführt wird. Ohne eine solche ärztliche Mitwirkung ist eine positive MPU ausgeschlossen.

Schon gewusst?

Die MPU ist kein “Idiotentest”. Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) scheitern bundesweit etwa 35–40 % der Teilnehmer beim ersten Versuch. Bei MPU-Anordnungen wegen Drogen oder Medikamenten ist die Durchfallquote oft noch höher, besonders ohne Vorbereitung.

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Subutex Im Straßenverkehr Ist Das Erlaubt?

Subutex (Wirkstoff: Buprenorphin) ist ein gängiges Substitutionsmittel. Im Vergleich zu Methadon hat es oft ein geringeres sedierendes (dämpfendes) Potenzial und gilt in der verkehrsmedizinischen Bewertung teilweise als vorteilhafter.

Trotzdem gilt: Subutex ist ein starkes Opioid und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Rechtlich wird es genauso behandelt wie Methadon. Die Fahreignung wird nicht pauschal erteilt, sondern muss individuell nachgewiesen werden.

Juristische Fallbeispiele zeigen, dass Gerichte die Fahreignung unter Buprenorphin anerkennen, wenn die Kriterien der stabilen Substitution erfüllt sind. Dazu gehört der Nachweis einer langen Behandlungsdauer, die Bestätigung des Arztes und der lückenlose Nachweis, dass keine weiteren Drogen konsumiert werden. Die Einnahme von Subutex allein ist also kein Hinderungsgrund, aber der Weg zur legalen Fahrerlaubnis führt auch hier fast immer über eine positive MPU.

Darf Man Mit Tilidin Autofahren?

Tilidin ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das oft in Kombination mit dem Wirkstoff Naloxon verordnet wird. Es wird typischerweise nicht zur Substitutionstherapie einer Opiatabhängigkeit eingesetzt, sondern zur Behandlung starker Schmerzen.

Die Wirkung von Tilidin auf die Reaktionsfähigkeit kann erheblich sein, besonders zu Beginn der Behandlung oder bei Dosisänderungen. Das Fahren unter Tilidin ist rechtlich eine Grauzone.

Ist es ärztlich verordnet und wird es vorschriftsmäßig eingenommen, gilt es als bestimmungsgemäße Einnahme eines Arzneimittels. Kommt es jedoch zu einem Unfall oder zu Ausfallerscheinungen bei einer Polizeikontrolle, kann dies als Fahrt unter Drogeneinfluss (§ 24a StVG) gewertet werden. Die Risiken sind hoch. Ärzte raten in der Regel davon ab, unter einer akuten Tilidin-Medikation ein Fahrzeug zu führen.

Elvanse Auto Fahren Ist Das Erlaubt?

Elvanse (Wirkstoff: Lisdexamfetamin) ist ein Medikament zur Behandlung von ADHS. Es ist ein Stimulans und fällt ebenfalls unter das Betäubungsmittelgesetz. Hier liegt der Fall jedoch anders als bei Opioiden.

Bei ADHS-Patienten dient Elvanse nicht der Berauschung, sondern der Herstellung der Konzentrationsfähigkeit. Eine Person mit unbehandeltem, schwerem ADHS kann ein höheres Unfallrisiko darstellen (durch Impulsivität, Ablenkbarkeit). Die Medikation kann die Fahreignung also verbessern.

Die verkehrsmedizinische Beurteilung ist daher oft positiv, wenn:

  1. Das Medikament streng nach ärztlicher Anweisung eingenommen wird.

  2. Die Dosierung stabil eingestellt ist.

  3. Keine Nebenwirkungen (z. B. Überstimulation, Schlafstörungen) die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Im Zweifel kann aber auch hier eine MPU oder ein fachärztliches Gutachten zur Klärung der Fahreignung angeordnet werden.

Fahreignung Und Wiedererlangung Während Substitutionsbehandlung

Die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis während einer laufenden Substitutionstherapie ist ein strukturierter Prozess. Die Behörde muss davon überzeugt werden, dass der Antragsteller trotz der Einnahme von Methadon oder Subutex ein zuverlässiger Verkehrsteilnehmer ist.

Der typische Ablauf sieht wie folgt aus:

  1. Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis bei der zuständigen Behörde.

  2. Die Behörde prüft die Akte und ordnet eine MPU an.

  3. Der Antragsteller muss Nachweise über die Substitutionstherapie erbringen (Bestätigung des Arztes, Dauer, Dosis).

  4. Gleichzeitig muss er Drogenscreenings (meist Urin- oder Haaranalysen) vorlegen, die den Beigebrauch ausschließen.

  5. Durchführung der MPU (medizinisches, psychologisches und Leistungs-Screening).

Der Gutachter unterscheidet stark zwischen einer aktiven, instabilen Therapie (z. B. in den ersten Monaten) und einer langjährig stabilen, gesicherten Behandlung. Nur letztere eröffnet die Chance auf ein positives Gutachten.

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Therapieziele Bei Einer Substitutionsbehandlung

Die Fahreignung ist eng an den Erfolg der Substitutionstherapie gekoppelt. Die Therapieziele sind nicht nur medizinisch, sondern auch psychologisch und sozial. Für die MPU ist es wichtig zu zeigen, dass diese Ziele erreicht werden.

Die folgende Tabelle listet die zentralen Therapieziele und ihre Relevanz für die Fahreignung auf.

TherapiezielRelevanz für die Fahreignung (MPU)
Medizinisch: Gesundheitliche Stabilisierung, Vermeidung von Infektionskrankheiten.Grundvoraussetzung. Zeigt, dass der Patient die Therapie ernst nimmt.
Psychologisch: Auseinandersetzung mit der Sucht, Stärkung der Impulskontrolle, Stabilität.Kern der MPU. Der Gutachter will sehen, dass die Ursachen der Sucht reflektiert wurden.
Sozial: Reintegration in Arbeit und Gesellschaft, geordnete Tagesstruktur.Extrem wichtig. Eine feste Arbeit und ein stabiles Umfeld reduzieren das Rückfallrisiko drastisch.

Die langfristige Verbesserung der Fahrfähigkeit wird also als Ergebnis einer erfolgreichen Gesamttherapie gesehen.

Was Sind Begutachtungsziele Einer Fahreignungsuntersuchung?

Bei einer MPU, die wegen Drogen oder Medikamenten (Substitution) angeordnet wird, hat der Gutachter klare Begutachtungsziele. Er muss eine Prognose für die Zukunft abgeben.

Die Untersuchung stützt sich auf drei Säulen, die alle bestanden werden müssen.

Die 3 Säulen der MPUPrüfungsziel bei Substitution
1. Medizinische UntersuchungÜberprüfung des Drogen- und Alkoholkonsums (Screenings). Prüfung auf körperliche Ausfallerscheinungen durch das Substitut.
2. Psychologisches GesprächDas Kernstück. Klärung der Suchtbiografie. Prüfung der “Aufarbeitung”: Warum kam es zum Konsum? Was wurde geändert? Ist die Substitution stabil und wird sie verantwortungsvoll gehandhabt?
3. LeistungstestsÜberprüfung von Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Belastbarkeit am Computer. Dient dem Ausschluss von medikamentenbedingten Defiziten.

Das Ziel ist nicht, den Antragsteller zu bestrafen. Das Ziel ist, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Der Gutachter muss die Frage beantworten: “Ist es wahrscheinlich, dass dieser Mensch in Zukunft wieder unter Drogeneinfluss (inkl. Beigebrauch) fahren wird?”

Nutze Eine Hochwertige MPU Vorbereitung Für Deinen MPU Erfolg

Die Anforderungen an eine MPU im Substitutionskontext sind extrem hoch. Das psychologische Gespräch erfordert eine tiefgreifende Selbstreflexion und die Fähigkeit, die eigene Veränderung klar darzulegen. “Ich nehme nichts mehr” reicht nicht aus.

Eine hochwertige, professionelle MPU-Vorbereitung ist daher für Substituierte fast immer notwendig. Sie ist keine Garantie, aber sie maximiert die Erfolgschancen.

Gute Vorbereitungsprogramme, oft bei Verkehrspsychologen, bieten:

  • Wissensvermittlung: Was erwartet der Gutachter? Was sind die rechtlichen Grundlagen?

  • Aufarbeitung: Simulation des MPU-Gesprächs, ehrliches Feedback zur eigenen Argumentation.

  • Strategie: Wie dokumentiere ich meine Stabilität? Wie präsentiere ich meine Therapieerfolge?

Eine gute Vorbereitung fokussiert auf die ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und nicht auf das Auswendiglernen von Antworten.

Darf Man Als Substituierter Einen Führerschein Machen

Wie Erfährt Die Führerscheinstelle Von Krankheiten?

Ärzte unterliegen der Schweigepflicht. Ihr substituierender Arzt wird die Behörde also nicht von sich aus informieren. Die Führerscheinstelle erfährt meist auf anderen Wegen von einer Substitution oder anderen relevanten Erkrankungen:

  1. Polizeikontrolle / Unfall: Wenn bei einer Kontrolle Drogen (auch Substitutionsmittel) im Spiel sind, erfolgt eine Meldung an die Behörde.

  2. Strafverfahren: Im Rahmen von Gerichtsverhandlungen (z. B. wegen Drogenbesitz) kann die Behörde informiert werden.

  3. Antragstellung: Wenn Sie selbst den Führerschein (neu) beantragen, müssen Sie Angaben zu gesundheitlichen Einschränkungen und Medikamenten machen. Falschaussagen sind strafbar.

  4. Meldung Dritter: In sehr seltenen Fällen (z. B. bei offensichtlicher Gefahr) können auch andere Stellen Meldung machen.

Meist wird die Behörde also durch einen konkreten Vorfall im Straßenverkehr auf die Thematik aufmerksam und leitet dann die MPU ein.

Was Ändert Sich Demnächst Bei MPU Und Substitution?

Der Bereich der Fahreignungsbegutachtung ist ständig in Bewegung. Aktuell wird in Deutschland (Stand 2025) die MPU-Reform diskutiert, die auf eine höhere Transparenz und bessere wissenschaftliche Fundierung abzielt.

Für Substituierte bedeutet dies: Die Kriterien werden voraussichtlich nicht aufgeweicht, aber eventuell klarer definiert. Die Digitalisierung der Prozesse könnte ebenfalls zunehmen.

Eine wichtige Änderung war die Teil-Legalisierung von Cannabis (CanG). Diese hat jedoch keine direkten Auswirkungen auf die Bewertung von Opioiden oder Substitution. Opioide haben ein ungleich höheres Gefährdungspotenzial im Straßenverkehr. Die “Null-Toleranz” gegenüber Beigebrauch bei Substituierten bleibt daher bestehen. Trends in der Bewertung zeigen, dass die psychosoziale Stabilität und eine nachweisbare “Lebensstiländerung” immer wichtiger werden.

Ist Ein EU Führerschein Trotz Offener MPU In Deutschland Gültig?

Nein. Diese Frage ist eine der häufigsten im Zusammenhang mit MPU-Umgelag. Die Rechtslage ist hierzu durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) mehrfach geklärt worden.

Wenn ein deutscher Bürger in Deutschland eine Fahrerlaubnis entzogen bekommt und eine MPU-Auflage erhält, gilt diese Auflage fort. Erwirbt diese Person anschließend einen Führerschein in einem anderen EU-Land (z. B. Polen), ohne dort einen ordentlichen Wohnsitz (185-Tage-Regel) nachzuweisen, handelt es sich um “Führerscheintourismus”.

Deutschland ist nicht verpflichtet, diesen Führerschein anzuerkennen. Bei einer Kontrolle wird der Führerschein eingezogen und ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Die MPU-Auflage kann nur durch ein positives MPU-Gutachten in Deutschland beseitigt werden.

Welche Ausschlusskriterien Gibt Es Für Den Führerschein? 

Konkrete medizinische und rechtliche Ausschlussgründe für die Fahreignung sind:

  • Medizinische/Psychische Ausschlussgründe:

    • Nachgewiesener Beikonsum anderer illegaler Drogen oder Alkohol neben der Substitution.

    • Akute, nicht kompensierte schwere psychische Erkrankungen (z. B. Psychosen, schwere Depressionen).

    • Starke, verkehrsrelevante Nebenwirkungen der Substitutionsmedikation (z. B. Sedierung).

    • Instabile Substitutionstherapie (häufige Dosiswechsel, Abbrüche).

  • Rechtliche Ausschlussgründe:

    • Nicht-Erfüllung der Auflagen (z. B. das Fehlen der ärztlichen Stellungnahme oder negativer Screenings).

    • Wiederholte Verkehrsverstöße unter Einfluss von Suchtmitteln.

      Wie umgehe ich die MPU?

      Es gibt keinen legalen Weg, eine MPU, die von der deutschen Behörde rechtmäßig angeordnet wurde, zu umgehen.

      Risiken und Folgen einer Umgehung (z. B. EU-Führerschein)

      Wird ein ausländischer Führerschein unter Verstoß gegen das Wohnsitzprinzip erworben, kann die deutsche Fahrerlaubnisbehörde die Anerkennung verweigern. Fahren Sie dennoch, begehen Sie eine Straftat — Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG).

      Ist Es Möglich, Den Führerschein Ohne MPU Neu Zu Machen? 

      Der Versuch, die MPU zu umgehen, indem man den Führerschein im EU-Ausland neu erwirbt, ist rechtlich heikel.

      • Legale Wege (EU-Recht): Ein in einem EU-Mitgliedsstaat legal erworbener Führerschein muss in Deutschland grundsätzlich anerkannt werden, wenn:

        1. Der Wohnsitz während der Ausbildung mindestens 185 Tage im Ausstellerland lag (Wohnsitzprinzip).

        2. Zum Zeitpunkt der Erteilung des EU-Führerscheins keine offene Sperrfrist in Deutschland bestand.

      • Voraussetzungen für Anerkennung: Das Bundesverwaltungsgericht hat klargestellt, dass Führerscheine, die das Wohnsitzprinzip verletzen oder trotz eines deutschen Eignungsmangels (MPU-Anordnung) erworben wurden, in Deutschland nicht gültig sind.

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Frequently Asked Questions About Darf Man Als Substituierter Einen Führerschein Machen

Darf Man Als Substituierter Einen Führerschein Machen Oder Behalten?

Ja, das ist möglich, aber an sehr strenge Bedingungen geknüpft. Die Fahreignung wird in einer Einzelfallprüfung, meist durch eine MPU, festgestellt. Die zentralen Voraussetzungen sind:

  • Eine langjährig (meist > 1 Jahr) stabile Substitution.

  • Die strikte Einhaltung der ärztlichen Verordnung.

  • Der lückenlose Nachweis, dass kein “Beigebrauch” (andere Drogen, Alkohol) stattfindet.

  • Keine fahrrelevanten Ausfallerscheinungen durch das Medikament.

Kann Ich Trotz Substitution Eine Positive MPU-Ergebnisse Erzielen?

Ja. Das ist das Ziel des Verfahrens. Die MPU prüft nicht, ob Sie substituiert werden, sondern wie Sie mit der Substitution und Ihrer Grunderkrankung (Sucht) umgehen.

Ein positives MPU-Gutachten bescheinigt Ihnen, dass Sie Ihre Sucht aufgearbeitet haben, die Substitution stabil in Ihren Alltag integriert ist und Sie ein verantwortungsvoller Verkehrsteilnehmer sind. Es wird eine stabile Einstellungs- und Verhaltensänderung erwartet, die Sie im psychologischen Gespräch darlegen müssen. Eine professionelle MPU-Vorbereitung ist hierfür unerlässlich.